Schnurers Beiträge

„Das Sicherste ist der Zweifel“

24.05.16 | von Dr. Jos Schnurer
Im Lustspiel „Mann ist Mann“ von Bertolt Brecht geht es um Gesinnungswandel, Manipulation und Identitätsverschiebung. Der Packer Galy Gay aus Kilkoa macht sich von seinem bescheidenen Zuhause aus auf den Weg, um einen Fisch zu kaufen. Seine Frau rät zu einer kleinen Flunder und mahnt, ihr Einfältiger möge sich nicht verlaufen, verirren oder sich verführen lassen. Doch es kommt, wie es kommen muss und… weiterlesen

„Noch nie war der Körper des Autors so präsent wie im Literaturbetrieb der Gegenwart“,

25.04.16 | von Dr. Jos Schnurer
diese Einschätzung aus einem Bericht über das Schreiben, Lesen, Schauen, Hören und Präsentieren von Literatur bei der Leipziger Buchmesse 2016 will zum Ausdruck bringen, dass das Ich triumphiert, es sogar eine neue Literaturgattung, jedenfalls ein neues Genre zu entdecken gilt: Das Memoir [1]. Nun, autobiographisches Schreiben hat es ja immer schon gegeben; entweder um sich seiner eigenen Herkunft… weiterlesen

Deutschland ist das Land mit der größten Vermögensungleichheit in Europa

03.04.16 | von Dr. Jos Schnurer
Diese Analyse stammt nicht von einem ausgewiesenen marxistischen Gesellschaftskritiker, der das gesamte, kapitalistische und neoliberale Wirtschaftssystem abschaffen will, sondern von einem, dem kapitalistische und neoliberale Wirtschaftsformen weder fremd noch egal sind  Der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin,. Das… weiterlesen

„Nichtstun ist eine Aufgabe fürs ganze Leben“

30.03.16 | von Dr. Jos Schnurer
Diese (abwegige?) Einstellung wird erst einmal Verwunderung, Kopfschütteln und Vogelzeigen bewirken! Wie soll das gehen, nichts tun? Geht es denn nicht im Leben darum, eine möglichst sinnvolle, befriedigende Arbeit zu haben, die, im Idealfall, mich in die Lage versetzt, ein möglichst gutes Leben zu führen? Im philosophischen, anthropologischen, aristotelischen Denken ist energeia, die Tätigkeit, im… weiterlesen

Mut und Übermut

30.03.16 | von Dr. Jos Schnurer
„Ziehe mutig in den Kampf“ (Liedanfang) –  „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ (Demokrit) - „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen (Kant) Bereits an diesen Zitaten wird die Spannweite erkennbar, die sich mit den Begriffen „Mut“ und „Übermut“ verbindet. Mit der etymologischen Ausdifferenzierung wird eine mutige Haltung oder Handlung sowohl als Herausforderung verstanden,… weiterlesen

Leiten und Leiden

23.02.16 | von Dr. Jos Schnurer
Warum dieser Gegensatz? Mit dem Essay soll zum einen darauf hingewiesen werden, dass jemand, der leitet, nicht unbedingt auch leiden muss; zum anderen – und das klingt paradox – dass jemand, der leitet und nicht leidet, kein richtiger Leiter ist, sondern vielleicht ein Hierarch, ein Tyrann, ein Herrscher, ein Bestimmer, ein Despot, ein Oligarch, ein Patriarch, ein Sophist, ein Diktator, ein ... Egoist… weiterlesen

Strafe – Vergeltung oder Vergebung?

21.02.16 | von Dr. Jos Schnurer
Im Wörterbuch wird der Begriff Strafe als zur Abgeltung eines begangenen Unrechts einem Täter auferlegte Buße erklärt. In der aristotelischen Philosophie wird hamartia, eine Verfehlung und schlechte Handlung, im Gegensatz zu adikêmata, als ungerechte Tat, weniger als moralisch schlechte Handlung, sondern eher als Irrtum verstanden, der sich durch die Handlungsumstände ergibt: Während sich der Tugendhafte… weiterlesen

Theismus oder Atheismus?

17.02.16 | von Dr. Jos Schnurer
Ich glaube an einen Gott! – Ich glaube an keinen Gott!, die beiden konträren Bekenntnissen unterscheiden sich nur durch einen Buchstaben – und sie sind doch so grundlegend verschieden in ihren semantischen wie existentiellen Aussagen! „Theismus“ wird im Fremdwörterbuch erklärt als der „Glaube an einen persönlichen, von außen auf die Welt einwirkenden Schöpfergott“, während „Atheismus“ als „Gottesleugnung,… weiterlesen

Ich fühle Zuversicht

16.02.16 | von Dr. Jos Schnurer
Mit dem Beitrag „Angst isst Seele auf“ [1] habe ich einige Literaturhinweise als Anregungen für eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Angst“ in Schule und Erwachsenenbildung gegeben. Mit der Aufforderung zur Zuversicht sollen diese Aspekte ergänzt und erweitert werden. Etwas mit Zuversicht angehen ist ein optimistischer Rat, der in der Praxis des Lebens immer wieder gegeben wird; im Gegensatz… weiterlesen

Und bist du nicht willig, dann brauch’ ich Gewalt?

16.02.16 | von Dr. Jos Schnurer
Gewalt ist ein janusköpfiges Phänomen im menschlichen Zusammenleben, sowohl in lokalen, regionalen und nationalen gesellschaftlichen, als auch in internationalen und globalen Zusammenhängen. Während in der aristotelischen Definition das Gewaltsame als widernatürlich betrachtet wird, ordnet der britische Staatsphilosoph Thomas Hobbes den Menschen als  homo homini lupus seine Gewaltnatur zu. Im gesellschaftlichen… weiterlesen

Wie wird man zum Rechtsradikalen?

24.11.15 | von Dr. Jos Schnurer
Wenn aus dem Gesicht des so genannten „Wutbürgers“ (was für ein verharmlosender Begriff für menschliche Entgleisung!) bei der Pegida-Demonstration der Hass heraus schreit, fragt sich der Bürger, wie eine solche Haltung entstehen kann. Mit der These, dass niemand als radikal, also egoistisch, ethnozentristisch oder rassistisch geboren, sondern entweder sich selbst zu einem Rechtsradikalen macht, oder… weiterlesen

Die europäische Idee ist in Gefahr

24.11.15 | von Dr. Jos Schnurer
Im Entwurf der 2003 vom Europäischen Konvent vorgelegten und von den europäischen Staaten bis heute nicht etablierten VERFASSUNG FÜR EUROPA [1], heißt es in der Präambel u.a.: „... der Kontinent Europa (ist) ein Träger der Zivilisation ... seine Bewohner (haben) ihn seit den Anfängen der Menschheit in immer neuen Schüben besiedelt ...im Laufe der Jahrhunderte die Werte entwickelt ( ), die den Humanismus… weiterlesen

Glaubensstifter sind Menschen, nicht Götter

23.10.15 | von Dr. Jos Schnurer
„Und Gott sprach...“; die vielfach wiederholte Formel, wie sie in der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments im Ersten Buch Mose zum Ausdruck kommt und sich in der drängenden Frage Abrahams verdichtet: „Herr, mein Gott, was willst du mir geben?“, verweist darauf, dass Mensch nicht Gott sein kann, es also zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen einen Unterschied gibt. Auch im Koran, dem islamischen,… weiterlesen

„Schauen Sie nicht zu, sondern hin“

23.10.15 | von Dr. Jos Schnurer
[1] Wir leben im Jahrhundert der Flüchtlinge; diese Kennzeichnung des Zustandes in unserer (Einen?) Welt dient Schriftstellern, Kommentatoren und Politikern als Beschreibung darüber, dass Millionen von Menschen aus politischen, weltanschaulichen oder ökonomischen Gründen unterwegs sind, um vom heimatlichen, nicht mehr lebenswerten und existenzgefährdeten Ort wegzuziehen, hin zu einem, der bessere und… weiterlesen

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

23.10.15 | von Dr. Jos Schnurer
Menschliches Denken und Tun, vor allem wenn es intellektuell, also mit Bewusstsein und Verstand geschieht, ist verbunden mit Sinneseindrücken, denen der anthrôpos in all seinen Denken und Tun ausgesetzt ist. Das Nachdenken über das menschliche Sein gehört somit zu den Alltäglichkeiten wie Besonderheiten im menschlichen Leben [1]. Es lohnt somit, über Begrifflichkeiten zu reflektieren, die wir im allgemeinen… weiterlesen

Wer hasst, verliert die eigene Orientierung - Eine didaktische Herausforderung

09.10.15 | von Dr. Jos Schnurer
Warum gibt es soviel Hass in der Welt? Im Individuellen wie im Gesellschaftlichen? Im Lokalen wie im Globalen? Das Hässliche als das Böse und als Gegenteil des Guten, wird in der anthropologischen, abendländischen Philosophie immer mit der Abwesenheit des Göttlichen und der Erdhaftigkeit des Menschlichen bezeichnet. Der griechische Philosoph Platon hat im aischrón, dem Hässlichen, das Minderwertige… weiterlesen

Individuum und Gesellschaft

23.09.15 | von Dr. Jos Schnurer
Nach der anthropologischen, abendländischen Betrachtung ist der anthrôpos, der Mensch, ein durch seine Individualität und Einzigartigkeit gekennzeichnete Existenz gleichzeitig ein Gemeinschaftswesen[1]: Sein Streben nach einem guten, gelingenden Leben wird ihm kraft seiner Vernunftbegabung und seiner Fähigkeit ermöglicht, Allgemeinurteile zu bilden, zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können. Als… weiterlesen

Vielfalt nicht Einfalt -Reden hinter der Hand

25.08.15 | von Dr. Jos Schnurer
Warum wir im Bildungs- und Erziehungsprozess bewusst machen sollten, dass „Lästern“ kein harmloses Geplänkel ist, sondern Böses bewirken kann weiterlesen

Angst isst Seele auf [1]

25.08.15 | von Dr. Jos Schnurer
Anregungen für eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Angst“ in Schule und Erwachsenenbildung weiterlesen

Das sehnsuchtsvolle Verlangen der Menschen nach Freiheit: Freiheit, die ich meine

25.08.15 | von Dr. Jos Schnurer
Der Mensch als frei und gleich an Würde und Rechten geborenes, mit Vernunft ausgestattetes, zwischen Gut und Böse unterscheidungsfähiges, zur Bildung von Allgemeinurteilen befähigtes und auf die Gemeinschaft mit den Mitmenschen angewiesenes Lebewesen, wie dies in der abendländischen, anthropologischen (aristotelischen) und in der globalen Ethik der Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen vom… weiterlesen

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